Sie sind hier: News » Newsdetails »  Neuer DRK-Kleiderladen eröffnet in Reichelsheim
14. Juni 2010 21:30 Uhr Alter: 83 Tage

Neuer DRK-Kleiderladen eröffnet in Reichelsheim

Rubrik: öffentlich

 

Gefeilscht wird nicht im Second-Hand-Laden vom DRK

Kistenweise steht schon gebrauchte Kleidung für den neuen DRK-Kleiderladen in Reichelsheim parat. Wolfgang Dickenbrock bereitet die Eröffnung vor. (Foto: Dauernheim)

Eine dicke Staubschicht liegt auf dem Regal. An den Wänden sind Kleiderstangen montiert. Der Vorhang der Umkleidekabine fehlt noch. Im Nebenzimmer stapeln sich dutzende Kisten mit Aufschriften wie »Blusen für Reichelsheim« oder »Übergangsjacken - Reichelsheim«, dazu Kartons voller Schuhe und hunderte Kleiderbügel. »Das ist Ware, die aus unseren anderen Kleiderläden für Reichelsheim zurecht gelegt wurde«, erklärt Wolfgang Dickenbrock. Der Leiter der Sozialarbeit des DRK-Kreisverbandes Friedberg koordiniert die Eröffnung des dritten Kleiderladens des Kreisverbandes.

Am 26. Juni soll an der Bad Nauheimer Straße alles startklar sein. Dann können die Kunden hier kaufen, was andere Menschen im Kleiderladen abgeben. »Wir wenden uns an alle, bieten Einkaufen für jedermann«, wirbt Dickenbrock. Seine Erfahrung zeigt: Das Angebot der Kleiderläden kommt an. »Der Bedarf ist da, die Armut wird größer«, kombiniert er.

Vor zweieinhalb Jahren eröffnete der erste DRK-Kleiderladen in Friedberg, 2009 folgte Butzbach, jetzt folgt Reichelsheim. »Die Menschen kommen«, sagt Dickenbrock. Das bestätigt Claudia Neider, die seit fast zwei Jahren im Friedberger Laden arbeitet und die ehrenamtlichen Kolleginnen in Reichelsheim anlernen soll. »Es ist schön zu sehen, dass Menschen, die mit jedem Cent rechnen müssen, bei uns Markenartikel für wenig Geld kaufen können, das könnten sie sich sonst niemals leisten«, erzählt sie.

»Die Einrichtung haben wir im Internet ersteigert«, verrät Wolfgang Dickenbrock. Sie wurde aus Magdeburg angeliefert und ist auf den zwei Ebenen des ehemaligen Kosmetikstudios untergekommen. Der Zeitplan für die Eröffnung steht: Zuerst bringt ein Putzteam alles auf Hochglanz, zwei Wochen benötigen die Helferinnen, um den Kleiderladen mit der Ware aus zweiter Hand zu bestücken. Menschen, die in ihrer Freizeit mit anpacken möchten, Frauen, die über die Jobkom beim DRK ins Arbeitsleben zurückfinden wollen, und Jugendliche im Freiwilligen Sozialen Jahr bilden das Kleiderladen-Team.

Nichts aus dem Container

Sobald eröffnet ist, können Menschen brauchbare Kleidung, Bettwäsche, Kinderwagen, Schulranzen spenden. »Unsere Mitarbeiter sortieren alles, und was gut erhalten ist, wird verkauft«, erklärt er.

In die Regale kommen nur Sachen, die direkt im Laden abgegeben werden. »Was in Containern gesammelt wird, kommt nicht zum Verkauf.«

Den Verkaufspreis der Textilien legen die Mitarbeiter fest. Sie orientieren sich an Listen, bei Hemden und Blusen gibt es Festpreise, eine neue Hose noch mit Etikett, kostet mehr als eine gebrauchte, und Designerkleidung mehr als die aus dem Warenhaus.

Blusen gibt’s beispielsweise für 3,50 Euro, Hemden für 3 Euro. Menschen mit Tafel- oder Sozialhilfeausweis sowie Hartz-IV-Empfänger, erhalten weitere 20 Prozent Rabatt.

»Wir hoffen, dass der Laden angenommen wird«, sagt Dickenbrock. Erwirtschaften will das Team vom Roten Kreuz die Kosten der Ladenmiete, alles, was mehr in die Kasse kommt, geht in die Projekte des Kreisverbandes. »Wir sind ein echter Second-Hand-Laden, kein Flohmarkt, gehandelt wird nicht.«

»Hier freut man sich mit«, erzählt Claudia Neider von einem Brautpaar, das sie für wenig Geld komplett im Friedberger Kleiderladen ausgestattet hat.

Eröffnet wird der Laden am 26. Juni. Werktags können Kunden von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr zum Kaufen, Stöbern und Spenden kommen.

Text: www.wetterauer-zeitung.de